Kaffee-Welt

Vom Kaffeenebenprodukt zur Kaffeemaschine

99% der Kaffeefrucht sind Nebenprodukte, die aktuell kaum genutzt werden. Die Kaffeebohne ist von verschiedenen Schichten umgeben. Diese fallen bei der Verarbeitung von Rohkaffee und beim Rösten an und werden als Müll betrachtet. Dabei könnte man diese Nebenprodukte roh- und werkstofflich verwerten.

Müll und nochmals Müll

Die Kirschhaut der Frucht des Kaffeebaums enthält Pulpe und Samen, die Kaffeebohnen. Diese sind von mehreren Häuten umhüllt: der Silberhaut und der Pergamenthaut. Während der Verarbeitung an den Produktionsstätten fallen über 1,2 Millionen Tonnen Abfall an, hauptsächlich Pergamenthaut.

Die Silberhäutchen werden in den meisten Fällen erst bei der Röstung entfernt. Daraus ergeben sich mehr als 45'000 Tonnen Müll. Ein guter Teil davon in der Schweiz. Tatsächlich hat sich das Land der Schokolade auch zu einem beachtlichen Akteur im Kaffeesektor entwickelt.

 Müll als Chance für die Kaffeeindustrie in der Schweiz?

Die Schweiz spielt eine wichtige Rolle im weltweiten Kaffeehandel. Darüber hinaus erwirtschaftet die Kaffeeindustrie durch das Rösten von Kaffee und die Herstellung von Kaffeemaschinen jährlich einen Umsatz von weit als über einer Milliarde Schweizer Franken.

In der Röstindustrie fallen tonnenweise Abfälle an, die oft kostspielig entsorgt werden müssen. Die Hersteller von Kaffeemaschinen auf der anderen Seite benötigen Kunststoffe. Diese sind aktuell fast ausschließlich aus Erdöl hergestellt, einer limitierten Ressource mit einem zunehmend negativen Einfluss auf die Umwelt. Der Abfallberg der Kaffeeherstellung, eigentlich biogene Nebenprodukte, könnte in Rohstoffe für industrielle Kunststoffanwendungen umgewandelt werden… Vom Kaffeenebenprodukt zur Kaffeemaschine.

 Der Weg ist noch lang, aber die Chancen stehen gut

Neben Cellulose beinhalten die biogenen Nebenprodukte der Kaffeeherstellung eine Reihe funktionaler sekundärer Pflanzenstoffe. Diese können sowohl zur Herstellung von Biokunststoffen als auch zum Additivieren von Kunststoffen genutzt werden. Dadurch können verbesserte Eigenschaften erzielt werden und Biokunststoffe haltbarer gemacht werden. Damit die Kaffeemaschine aus Kaffeenebenprodukten irgendwann einmal für einen langanhaltenden Kaffeegenuss sorgen kann, ohne die Umwelt negativ zu beeinträchtigen. Sind Sie bereit dafür?

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